Was ist Spielsucht?

Menschen können nicht nur von Stoffen wie Alkohol, Nikotin u.a. abhängig werden. Auch bestimmte Verhaltensweisen können in einem süchtigen Kreislauf münden und scheinen dann außerhalb der willentlichen Kontrolle zu liegen. Dazu zählt auch das Spielen um Geld. Experten sprechen auch von pathologischem Glücksspielen oder zwanghaftes Spielen.

Wie entwickelt sich Spielsucht?

Menschen können nicht nur von Stoffen (z. B. Nikotin oder Alkohol) abhängig werden, sondern auch von bestimmten Verhaltensweisen. Dazu zählt auch das Spielen. Experten nennen Spielsucht auch "pathologisches Spielen", also "zwanghaftes Spielen".

Das Spielen an Geldautomaten und anderen Glücksspielen kann zu einer Abhängigkeit führen, wenn es sich zu einem unkontrollierten, zwanghaften Spielen entwickelt, das die finanziellen Möglichkeiten schließlich übersteigt. Anstelle von "Spielsucht" wird auch von "pathologischem Glücksspiel" gesprochen.
Das Denken und die Wahrnehmung kreisen dabei mehr und mehr um das Spielgerät, während andere Notwendigkeiten des täglichen Lebens zunehmend vernachlässigt werden. Die "Spielsüchtigen" werden im Laufe der Zeit zunehmend interesselos, apathisch und depressiv. Betroffene selbst bezeichnen sich überwiegend als "süchtige Spieler". Geldspiel bringt Spass, Entspannung und Risiko. Der Übergang vom Spielspass zur Spielsucht ist fließend. Bei manchen setzt dieser Prozess sehr langsam ein, bei vielen aber auch innerhalb weniger Monate. Auffällig ist, dass viele Spielsüchtige sich  vom „Anfängerglück“  verführen lassen haben. Betroffene merken oft nicht, wenn das Spiel plötzlich ernst wird und Schaden anrichtet. Dieser Prozess lässt sich in drei Stadien aufzeigen. Doch nicht jede Phase muss zwangsläufig in die Nächste übergehen.

Stadium 1: Anfangsstadium

Am Anfang werden oft größere Beträge gewonnen. Diese Erfahrung kann zur Illusion verleiten, dass das eigene Geschick positiven Einfluss auf die Gewinnausschüttung habe, anstatt aus purem Glück zu gewinnen. Unweigerlich auftretende Verluste sind dann das Resultat erklärbarer Ursachen und werden bagatellisiert.. Bedenklich wird es, wenn ständig viel Geld ausgeben wird, um weiterspielen zu können. Nicht selten kommt es zur Verschuldung nur zum Zweck, wieder Spielen zu können.

Stadium 2: Gewöhnungsstadium

Geliehenes Geld dient zunehmend als Einsatz. Die Darlehen bei Bank, Freunden und Familie werden oft verschwiegen. Dies verstärkt die Tendenz, sich mehr und mehr – meist schleichend – von Familie und Freunden zu distanzieren. Der Weg in die Isolierung ist damit vorgezeichnet. Die Betroffenen sind aber davon überzeugt, die Schuldensituation wieder in den Griff zu bekommen, und gehen fataler Weise davon aus, erst die Schulden mit den Gewinnen abzuzahlen und dann mit dem Spielen aufzuhören. Die Rechnung geht aber nicht auf.

Stadium 3: Suchtstadium

Das Spielen ist zum alles beherrschenden Lebensinhalt geworden. Die Alltagsgestaltung wird rund um das Spielen vollzogen. Verlust von Beziehungen, Arbeit und Anerkennung sind die Folge. Nun ist es höchste Zeit, fachliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Der Spaß hat ein Ende: Wenn das Spiel zum Problem wird, ist das Spielen selbst das Problem.

Bringt pathologisches Spielen auch weitere Sucht- und andere Probleme mit sich?

Der Zwang, Geld zum Spielen zu beschaffen, kann zum allmählichen Anhäufen von Schulden bis hin zum Abgleiten in die Kriminalität führen. Der tage- bzw. nächtelange Aufenthalt in Spielhallen und die damit verbundene Reizüberflutung belasten die psychische und physische Gesundheit. Auch umgekehrt  belegen Forschungsergebnisse, dass besonders junge Menschen mit ausgeprägtem Alkoholkonsum auch eher dazu neigen, zunehmend an Automaten zu spielen.

Wieso wird pathologisches Glücksspiel auch als stoffungebundene Sucht bezeichnet?

Die Hauptmerkmale des Pathologischen Glückspiels  gleichen denen der Abhängigkeit von so genannten psychoaktiven Substanzen (stoffgebundenen Abhängigkeiten). Glücksspielsucht bezieht sich allerdings nicht auf einen Stoff, sondern auf ein Verhalten. In beiden Fällen hat die Person, die abhängig ist, nur eine eingeschränkte Kontrolle über das Verhalten und setzt es, trotz starker negativer Konsequenzen, fort. Im DSM III-R (Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders) heißt es zu den Sypmtomen – in nahezu wörtlicher Übereinstimmung mit der Beschreibung von Drogen/Alkoholabhängigkeit:

1. Ein Großteil der Zeit wird mit Spielen oder der Beschaffung von Geld zum Spielen verbracht.

2. Häufig werden größere Geldsummen verspielt oder die einzelnen Spielphasen über den eigentlich geplanten Zeitraum hinaus ausgedehnt.

3. Es besteht das Bedürfnis, die Höhe oder Häufigkeit der Einsätze zu steigern, um die gewünschte Erregung zu erreichen.

4. Besteht keine Möglichkeit zum Spielen, kommt es zu Unruhe und Reizbarkeit.

5. Es wiederholt sich die Wechselwirkung von Verspielen von Geld und Weiterspielen am nächsten Tag, um den Verlust zurück zu gewinnen.

6. Wiederholt wird der Versuch unternommen, das Spielen einzuschränken oder ganz damit aufzuhören.

7. Es wird auch dann häufig gespielt, wenn berufliche oder private Verpflichtungen anstehen.

8. Wichtige Aktivitäten in Beruf, Privatleben und Freizeit werden vernachlässigt oder ganz aufgegeben, um spielen zu können.

9. Alle aus dem Spielverhalten resultierenden Probleme sind dem Spieler bekannt. Trotz wachsender, von ihm nicht mehr zu bezahlender Schulden, und trotz der im sozialen, beruflichen oder juristischen Bereich aufkommenden Probleme, ist er aber nicht in der Lage, das Spielen aufzugeben.

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Das Glücksspielen mag zwar von den Problemen des Lebens ablenken, aber es lässt sie nicht verschwinden.